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Beispiel Flyer Gestaltung: ein 10-seitiger Flyer im Format DIN-lang mit Zickzack-Falz für das Kabarett die Spiegelfechter in Karlsruhe Durlach
Beispiel Flyer Gestaltung: ein 10-seitiger Flyer im Format DIN-lang mit Zickzack-Falz für das Kabarett die Spiegelfechter in Karlsruhe Durlach | Bild: Holger Tuttas



Einer der Brot-Jobs des Grafikers: Flyer-Gestaltung

Autor: Holger Tuttas


Ein gut gestalteter Flyer fängt auf den ersten Blick Aufmerksamkeit ein, vermittelt sofort die Kernbotschaft und führt den Betrachter intuitiv zu der gewünschten Handlung – sei es das Besuchen einer Veranstaltung, das Abholen eines Angebots oder das Weiterleiten an Freunde.

Zuerst kommt der Zweck. Klare Ziele helfen bei der Entscheidung, welche Informationen unbedingt enthalten sein müssen und welche verzichtbar sind. Typische Ziele sind: informieren, überzeugen, aufmerksam machen oder motivieren zu einer Handlung. Daraus leitet sich die Kernbotschaft ab – in einem Satz, der den Nutzen oder die Einladung prägnat zusammenfasst.

Layout

Das Layout folgt der Hierarchie der Informationen. Genauso wie eine Überschrift den Ton angibt, strukturieren Unterüberschriften, Fließtext und Listen den Content logisch. Wichtige Elemente wie Datum, Ort, Preis oder Call-to-Action (CTA) sollten deutlich hervorgehoben sein. Ein klares visuelles Fokuspunkt-Design lenkt den Blick des Lesers direkt dorthin.

Typografie

Typografie spielt eine zentrale Rolle. Ein gut gemachter Flyer verwendet nur in Ausnahmefällen mehr als drei bis vier Schriftarten – Hauptschrift für Überschriften, eine Sekundärschrift für Fließtext und ggf. eine Akzent-Schrift für CTAs. Kontrastreiche Schriftgrößen sorgen für Lesbarkeit, besonders aus der Distanz, wenn der Flyer an einer Pinnwand hängt oder aus der Hand gelesen wird. Ein Grafiker, der seinen Job versteht, achtet auf ausreichend Zeilenabstand und vermeidet zu lange Textblöcke.

Farben

Farbe wirkt. Farben erzeugen Stimmung, ziehen Aufmerksamkeit auf sich und helfen, Markenidentität zu stärken. Idealerweise verwendet man eine begrenzte Palette (idealerweise 2–4 Farben) und setzt Kontraste für Text und Hintergrund. Berücksichtigt werden sollte die Barrierefreiheit: heller Text auf dunklem Hintergrund oder umgekehrt, ausreichend Kontrast, damit der Flyer auch für Sehschwache lesbar ist.

Bilder und Grafiken

Bilder und Grafiken sollten sinnvoll gewählt sein. Hochwertige, relevante Bilder erhöhen die Anziehungskraft, lösen Emotionen aus und unterstützen die Botschaft. Verpixelte oder off-center Bilder wirken billig. Vektorillustrationen oder klare Fotografien funktionieren oft besser, da sie auch bei Verkleinerung scharf bleiben.

Weißraum

Raum (Weißraum) ist wichtig! Zu viel Fülltext und zu eng beieinanderstehende Elemente wirken overworked. Weißraum schafft Ruhe, verbessert die Lesbarkeit und hebt die wichtigsten Botschaften hervor. Oft genügt eine restriktive Komposition mit gezielten Platzierungen.

Formate & Druck

Das Endformat bestimmt Layout-Entscheidungen. Ob Trifold, Zweiseitig, A5 oder DIN-lang – jedes Format hat Vor- und Nachteile. Druckqualität, Papiergewicht, Druckverfahren (Offset, Digitaldruck) und Veredelungen (Glanz, Matt, Laminat, Relieflack) beeinflussen Kosten und Eindruck. Berücksichtige auch Umweltaspekte bei der Materialwahl.

Die Typografie der CTA ist entscheidend. Eine klare Handlungsaufforderung wie „Jetzt anmelden“, „Mehr erfahren“ oder „Besuchen Sie uns“ sollte auffällig platziert sein, mit einer deutlich sichtbaren Farbe und ausreichender Größe. Oft hilft eine kurze, aktive Formulierung mit einem konkreten Nutzen.

Konsistenz mit der Marke. Der Flyer sollte Farbschema, Logo, Bildsprache und Tonfall der Marke widerspiegeln. Das stärkt Wiedererkennung und Vertrauen. Wenn ein Auftraggeber regelmäßig Flyer nutzt, lohnt sich eine gestaltete Vorlage, die wiederverwendet werden kann (wie im Falle des anfangs gezeigten Flyers).